Artikel über Glücksspiel

Die sieben Warnsignale der Spielsucht

Die sieben Warnsignale der Spielsucht

Überblick

Mehr als 80 Prozent der Erwachsenen spielen mindestens einmal im Jahr und es ist für die meisten eine harmlose Unterhaltungsform. Für 1 Prozent der Bevölkerung ist Glücksspiel jedoch keine Unterhaltung sondern ein ernst zu nehmendes Problem.
 
Problematisches Spielen wird definiert als Spiel, das einen großen Teil des Lebens, sei es psychologisch, körperlich, sozial oder beruflich, negativ beeinflusst. Es gibt sieben Warnsignale, die auf eine Spielsucht hinweisen können. Eine genaue Diagnose kann jedoch nur von einer geübten Fachperson gestellt werden.
 
Viele süchtige Spieler fangen mit dem Spiel in ihrer Jungend an. Spielsucht, wie auch Drogen- und Alkoholsucht, kommen bei Leuten jeder Rasse, jeder finanziellen Situation und beider Geschlechte vor. Ein Spielsüchtiger wird jedes Spiel spielen, manchmal benutzt er sogar gewönliche, alltägliche Aktivitäten, um Geld einsetzen zu können.

Die sieben Warnsignale der Spielsucht 

1. Hauptbeschäftigung

Eine andauernde Beschäftigung mit Glücksspiel ist eines der Symptome, durch die Spielsucht am einfachsten erkannt werden kann. Spielerfolge oder –verluste, die Planung des nächsten Ausganges und ständiges Überlegen, wie mehr Geld für das Spiel beschafft werden kann, sind nur einige Beispiele dafür.

2. Eskalation

Problemspieler erfahren eine eigentliche körperliche Reaktion, die dem Gefühl bei Drogenkonsum ähnlich ist. Symptome sind unter anderen erhöhter Herzschlag und Abgrenzung von der Realität. Ebenfalls wie bei den Drogen entsteht eine Toleranz gegenüber dem Geldbetrag, der eingesetzt wird.
 
Der Spieler steigert seine Einsätze, um die gewünschte körperliche Reaktion oder Erregung zu erreichen.
 
Leute mit einer Spielstörung spielen solange, bis sie ihren letzten Euro eingesetzt haben. Viele Problemspieler kommen in finanzielle Notlagen und brauchen die Hilfe Anderer, um für ihre Spielsucht genügend Geld zur Verfügung zu haben. In ernsthaften Fällen schreckt ein Spielsüchtiger auch nicht davor zurück, illegal Geld zu beschaffen.

3. Probieren aufzuhören

Ein Problemspieler probiert ohne Erfolg sein Spiel zu kontrollieren oder ganz damit aufzuhören. Viele erfolglose Versuche, mit dem Spiel aufzuhören, sind ein Warnzeichen dieser Sucht.

4. Flucht

Obwohl die Spielsucht wie eine Art unterhaltungs-suchendes Verhalten scheinen mag, ist der Ursprung davon der Versuch, Problemen zu entfliehen oder bedrückende Gefühle abzubauen. Ein Problemspieler benutzt seine Sucht als Flucht.

5. Jagd nach Geld

Ein Spielsüchtiger probiert ständig, Verluste mit neuen Einsätzen zurückzugewinnen wodurch er in ernsthafte finanzielle Probleme geraten kann.

6. Lügen

Freunde und Familie belügen über den Betrag und die Zeit, die für das Spiel eingesetzt wurden ist ein deutliches Warnzeichen für problematisches Spielen.
 
Problemspieler fühlen sich schuldig, nachdem sie über den Ort, an dem sie waren und das Geld, das sie ausgegeben haben, gelogen haben. Das Schuldgefühl erhöht den emotionalen Stress und kann wiederum zu mehr Spielen führen, um das Schuldgefühl zu vermindern.

7. Entfremdung

Wenn sich ein Spieler von seinen Freunden, seiner Familie oder Karriere entfremdet, ist dies ein deutliches Zeichen, dass er Probleme hat. Problemspieler spielen weiterhin, obwohl sie riskieren, wichtige Beziehungen zu verlieren oder andere Aspekte ihres Lebens wie Schule oder Karriere zu vernachlässigen oder aufgeben zu müssen.

Maßnahmen gegen die Spielsucht

Der Fachverband Glücksspielsucht sowie die Interessengemeinschaft Anonyme Spieler haben 20 Fragen um festzustellen, ob jemand ein Spielproblem hat. Der Test ist kein Ersatz für eine Beratung bei einer Fachperson, er kann jedoch einem Betroffenen helfen, um festzustellen ob eine Beratung bei einer Fachperson nötig ist.
 
Wie jede Sucht kann auch die Spielsucht behandelt werden. Es gibt eine Vielzahl an Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten, abhängig von der Behandlung, die eine Person braucht. Beratung, Gruppentherapie und stationäre Behandlungsprogramme sind nur einige Beispiele traditioneller Behandlungsmaßnahmen. Weitere Möglichkeiten sind u.a. Psychotherapie und Hypnose.
 
Der erste Schritt, um die Sucht zu durchbrechen, ist die Anerkennung des Problems und die Suche nach Hilfe.

Weitere Informationen zu Spielsucht

http://www.anonyme-spieler.org/: Ein Genesungsprogramm, das aus 12 Schritten besteht, um Leuten mit einem Spielproblem zu helfen.
 
http://www.gluecksspielsucht.de/: Informationen, Hilfe, Forum.