Artikel über Glücksspiel

Vom Schummeln, Zinken und Kiebitzen

Vom Schummeln, Zinken und Kiebitzen



Das Falschspiel ist, wie der Aberglaube, fest mit dem Glücksspiel verbunden und fast so alt wie die Menschheit selbst. Wir alle wurden schon von älteren Geschwistern betrogen und haben als Kinder selbst versucht so gut zu schummeln, wie die Erwachsenen. In allen Kreisen, bei allen Spielen und zu allen Zeiten haben Menschen betrogen um sich einen großen und wertvollen Gewinn zu sichern.

„Gezinkte Karten“


Wer kennt sie nicht, die gezinkten Karten? Doch was heißt „gezinkt“ eigentlich? Das Wort selbst stammt aus dem Jargon der Landstreicher und Gauner. Diese haben Häuser mit Zeichen, genannt „Zinken“, versehen um Nachfolgenden so Informationen über die Bewohner oder den Besitz mitzuteilen.

Gezinkte Karten sind also Karten, die mit Merkmalen versehen wurden, die dem schummelnden Spieler etwas über deren Wert verraten. Zum Beispiel kann das Deck vor dem Spiel mit Farben, leichten Bleistiftzeichen oder ähnlichem markiert worden sein.

 Aber auch, wer mit seinem eigenen Deck spielt ist nicht sicher vor Betrügern: Falschspieler markieren die Karten auch während des Spiels unauffällig durch Knicken, Drücken und Kratzen. Der Vorteil, den der Spieler daraus zieht ist strategisch: Er kann die Position interessanter Karten bestimmen, sie bei seinen Mitspielern ausschließen und sie im Stapel erkennen.

In Casinos werden Decks aus diesem Grund regelmäßig ausgetauscht, oder sogar nur einmal verwendet.

Wenn ein Spieler Karten gezinkt hat, kann er außerdem die Tricks des Falschmischens und Falschausteilens anwenden. Er weiß nun welche Karten interessant sind und kann diese durch geschicktes Mischen positionieren und sich selbst zuspielen.

Eine bekannte Form des Falschmischens findet beim Riffeln Anwendung. Wer das Riffeln beherrscht, sieht aus wie ein Profi. Wer exakt Riffeln kann, kann die Karten kontrollieren. Riffelt man so, dass sich die Karten der zwei Stapel exakt abwechseln, erhält man nach zwei Durchgängen, das gleiche Deck wie zu Anfang. Man kann also auf diese Weise die Karten an ihrer Position behalten. Man kann außerdem bestimmen, welche Karte zuoberst bzw. zuunterst liegt.

Wenn man sich die unterste oder oberste Karte zuspielen will, kommt das Falschausteilen zum Einsatz. Die bekanntesten Formen sind der „bottom deal“, bei dem anstatt der obersten die unterste Karte gegeben wird, und der „second deal“, bei dem anstatt der obersten, die zweite Karte von oben gegeben wird. Auf diese Weise kann man sich interessante Karten zuspielen.

Wer jedoch mit Profis spielt, wird auf einfallsreichere Tricks zurückgreifen müssen, da diese ein Auge für Betrügereien dieser Art haben.

Manipulierte Würfel


Auch bei Würfelspielen kommen Tricks zum Einsatz, die den Ausgang des Glücksspiels beeinflussen. Wenn auch technisch aufwendiger, sind sie ebenso alt, wie die Tricks der Kartenbetrüger.

Das Abschleifen und Abrunden der Ecken oder Kanten beeinflusst den Fall des Würfels. Ebenso, eine leicht asymmetrische, nicht mehr quadratische Form der Seiten, verändert die Wahrscheinlichkeit der Ergebnisse. Auch das Einsetzen von Gewichten und Magneten hat schon viel Einsatz gefunden.

Ein seltener Trick ist der Einsatz von Wachs: Füllt man in den Würfel eine kleine Menge Wachs, kann man diesen, indem man den Würfel in der Hand hält oder ihn anhaucht, schmelzen. Der geschmolzene Wachs läuft daraufhin auf die gewünschte Seite und wirkt als Gewicht. Daher könnte auch das abergläubische Pusten und Spucken auf den Würfel kommen.

Kiebitzen


Das Kiebitzen ist eine Form des Schummelns, zu der Komplizen nötig sind. Kiebitze sind zunächst Zuschauer. Normalerweise ist es diesen nur gestattet die Hand eines einzigen Spielers zu sehen. Trotzdem können sie ihrem verbündeten Spieler durch ausgemachte Zeichen Informationen über das Blatt des Gegners geben.

Beim Logikspielen, wie zum Beispiel dem Schach, sind Kiebitze Zuschauer die Kommentare in die Partie rufen. Zum Schutz vor dieser Art des Betrügens sind bei professionellen Spielen die Decks für Zuschauer nur über Monitore sichtbar.

Diese altbekannten Techniken des Falschspiels, werden noch heute in ausgefeilschteren Versionen unter Betrügern angewandt.

Das Spiel mit gezinkten Karten oder manipulierten Würfeln ist strafbar unter dem Tatbestand Betrug und Spielcasinos haben strenge Sicherheitsbestimmungen um dem vorzubeugen. Im Familien- oder Freundeskreis können Sie sich nur mit einem Wachen Auge vor dem Schummeleien schützen, aber nun sind Sie ja gewappnet.